
Ehevertrag-Muster: Klauseln und warum Vorlagen nicht reichen
Ehevertrag Muster aus dem Internet wirken verlockend einfach – sind aber aus rechtlichen und inhaltlichen Gründen kein geeigneter Ersatz für einen individuell ausgearbeit…
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Alles über Inhalt, Form, Kosten und Klauseln des Ehevertrags – von der notariellen Beurkundung bis zur Sittenwidrigkeit.
Der Ehevertrag ist eines der wichtigsten Rechtsinstrumente im deutschen Familienrecht. Er erlaubt Eheleuten, von den gesetzlichen Regelungen abzuweichen – sei es beim Güterstand, beim Unterhalt oder beim Versorgungsausgleich. Grundlage ist § 1408 BGB, der Ehegatten weitreichende Vertragsfreiheit gewährt; die notarielle Beurkundung nach § 1410 BGB ist dabei zwingende Formvoraussetzung.
Besonders relevant ist ein Ehevertrag bei Selbstständigen und Unternehmern, die ihr Betriebsvermögen schützen wollen, bei unterschiedlichen Vermögensverhältnissen der Partner, bei Immobilienbesitz oder bei Kindern aus früheren Beziehungen. Aber auch Paare ohne besonderes Vermögen können von klaren vertraglichen Regelungen profitieren – etwa um spätere Streitigkeiten im Trennungsfall zu vermeiden.
Ein Ehevertrag kann den Güterstand regeln, Unterhaltsansprüche modifizieren oder den Versorgungsausgleich ausschließen. Allerdings hat die Vertragsfreiheit Grenzen: Klauseln, die einen Ehepartner einseitig benachteiligen, können sittenwidrig und damit nichtig sein. Gerichte prüfen Eheverträge auf Basis einer zweistufigen Inhaltskontrolle.
Die Kosten eines Ehevertrags richten sich nach dem Geschäftswert und werden im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt. Bei einem gemeinsamen Nettovermögen von 100.000 Euro sind Notargebühren von rund 400 bis 600 Euro typisch.

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